Ohne Plastik

Nachricht 03. März 2021

Mit oder ohne? Ohne Plastik, das ist mein Motto für die diesjährige Fastenzeit. Warum?
Beruflich und privat beschäftige ich mich schon länger mit dem Thema. In diesem Jahr bin ich zusätzlich angespornt worden durch die Beschäftigung mit Vanuatu, einem Inselstaat im Pazifik, aus dem diesmal die Liturgie für den Weltgebetstag am kommenden Freitag stammt. Dort gilt weltweit das strengste Plastikverbot. Wenn man vom Untergang  bedroht ist und die Ausmaße des Plastiks im Meer täglich vor Augen hat, scheint man schneller bereit zu sein, strenge Verbote auszusprechen.

Dass mein Vorhaben, sieben Wochen ohne Plastik zu leben nicht einfach wird, war mir klar. Das zeigt schon der erste kritische Blick ins Badezimmer: Zahnpasta im Glas, aber die elektrische Zahnbürste aus Plastik. Duschgel schon länger ausgetauscht gegen ein Stück Seife ohne Umverpackung, aber an das feste Shampoo habe ich mich noch nicht herangetraut.

So könnte meine Auflistung unendlich weitergehen. Ein Anfang ist gemacht, aber da ist noch viel Luft nach oben. Schnell wird mir klar: Ganz ohne Plastik werde ich es wohl nicht schaffen, aber vielleicht geht es darum auch nicht. Eher geht es darum, mich jeden Tag neu zu entscheiden, genau hinzuschauen und abzuwägen und jeden Tag mindestens eine neue Entscheidung zu Gunsten der Umwelt zu treffen

Dabei habe ich entdeckt: Wenn ich jeden Tag genau hinschaue, wird aus dem „ohne“ „ auf einmal ganz viel „mit“

  • mit gutem Gefühl
  • mit neuen Entdeckungen (mein erster Besuch im Unverpacktladen steht auf meiner To-do-Liste)
  • mit bewusstem Verzicht, der auch befreiend sein kann
  • mit einem klitzekleinen Anteil am Erhalt der Schöpfung

Wir haben eine große Verantwortung, aber Gott traut sie uns zu. Trauen wir uns diese Verantwortung auch zu und machen Tag für Tag viele kleine Schritte, probieren Tag für Tag kleine Veränderungen! Wer macht mit?

Fragt und grüßt herzlich Eure Susanne Böhme

P.S. Wer mich in den nächsten drei Jahren besuchen kommt, bekommt seinen Cocktail mit einem Strohhalm aus Plastik serviert. Zu Recht total verpönt und nicht mehr zu kaufen, aber mein Vorrat ist so groß und wegwerfen ist ja auch keine Lösung. Und wenn ihr den Strohhalm gut behandelt, nicht zerbeißt und zerknickt, dann kommt er sogar in die Geschirrspülmaschine und wird ein zweites oder drittes Mal benutzt.